Archiv für September 2013

Infostand am Kröpcke: Revolution rückt näher…

Anlässlich der AfD-Präsenz am Kröpcke haben wir uns diesmal entschieden einen Infotisch aufzustellen. Trotz Regens konnten wir unsere Flyer (http://associationbellevie.blogsport.de/2013/08/28/fuer-eine-alternative-zu-deutschland/) dieses Mal erfolgreicher unter die Passanten bringen. Was sonst noch war: unsere wunderschönen Kunstinstallationen.

Infotisch Foto

Infotisch Foto 2

Infotisch FOto 3

Infotisch FOto 4

Infotisch Foto 5

Offener Brief an die Faust

Liebe Faust!
„Ich bin glühender Verschwörungstheoretiker“ und „Auch mit der Hamas muss man sich solidarisieren können“1 – das sind Zitate des Musikers und Linksparteipolitikers Diether Dehm. Mit ihm und unter dem Titel eines „CD-Projektes“ von ihm führt Ihr am 14. September eine Veranstaltung mit dem Namen „Liebeslieder gegen Bankenmacht“ durch.
Aufkleber zur Veranstaltung \"Liebeslieder gegen Bankenmacht\"
Dehm spielt dabei eine zentrale Rolle. Als Verfasser von Songs wie „1000 und 1 Nacht (Zoom)“ oder „Was wollen wir trinken?“ ist der ehemalige Stasimitarbeiter mit dem breiten Grinsen erstmal eins: Ein nervender Zeitgenosse. Diether Dehm verbindet zudem eine enge politische wie persönliche Beziehung mit den Mitgliedern der Musikgruppe „bandbreite“, welche schon oft durch ihre verschwörungstheoretischen, antisemitischen, antiamerikanistischen sowie sexistischen Texten auffielen. Er bezahlte beispielsweise bei einem Konzert den Sicherheitsdienst aus eigener Tasche, um das Konzert vor kritischen Kräften zu schützen. Ein anderer prägnanter Künstler ist Heinz Rudolf Kunze, der sich selbst als „guten Freund“ Christian Wulffs bezeichnete.
Gemeinsam werben sie für ein Konzert, das zusammen mit Postern der „Linken“ geklebt wurde. Somit ist das Ganze zunächst einmal eine schlecht kaschierte Wahlkampfveranstaltung der Linkspartei. Es ist schade, dass die Faust ihren Unabhängigkeitsanspruch damit aufgibt. Außerdem gibt sich die Faust damit für eine Linke her, welche mit populistischer Rhetorik Wahlkampf macht und sich nicht scheut, manifeste Antisemiten in der Partei zu haben.
Inhaltlich fängt das Kritikwürdige schon bei dem Titel an. Mit „Liebeslieder gegen Bankenmacht“ wird ein Übermachts- und Beherrschungsszenario des Finanzsektors konstruiert, das es so nicht gibt. Die einseitige Konzentration auf Banken blendet aus, dass Banken genauso wie andere Firmen nach marktwirtschaftlichen Prinzipien (sprich: Profitstreben) agieren und der Staat als bürgerliches Steuerungsorgan der reibungslosen Kapitalakkumulation ein großes Interesse an den Banken hat, da sie neues Investitions- und damit auch Renditepotential bieten, wenn in der sogenannten Realwirtschaft dieses Potential ausgereizt ist. Zudem stellt der Staat den Banken das Material ihrer Betätigung erst: das nationale Geld. Somit ist nicht nur die Abhängigkeit beiderseits gegeben, sondern die Banken sind grundsätzlich von der marktwirtschaftlichen Verfasstheit, also letztendlich vom Staat abhängig.
Somit ist diese Art der Kapitalismuskritik nicht nur verkürzt, sondern ganz klar falsch. Der kapitalistische Gesamtzusammenhang mit seinen Institutionen und Akteuren muss kritisiert werden, allerdings darf die abstrakte Kritik nicht personifizierend auf einzelne Personen abgewälzt werden.
Zusätzlich erinnert der Versuch der Trennung von „Real- und Finanzwirtschaft“ stark an die nationalsozialistische deutsche Ideologie vom „raffenden und schaffenden“ Kapital.
Diese Rhetorik setzt sich auch bei Diether Dehm fort: Die Deutsche Bank sei ein „Krebsgeschwür für unsere Volkswirtschaft“2. Auf abgeordnetenwatch.de bezeichnet Dehm „jene Kriminellen (z.B. Deutsche Bank)“3 als mitverantwortlich für Auschwitz und Weltkrieg . Gerade Termini wie die des „Krebsgeschwürs“ werden von Antisemiten wie Mahmud Ahmadinedschad gerne verwendet – ein Beleg für die strukturelle Nähe dieser falschen Kapitalismuskritik zum Antisemitismus.
Die komplette Veranstaltung ist eine Manifestation dieser falschen Kapitalismuskritik, die nicht nur falsch, sondern auch sehr gefährlich ist. Ideologisch passt zwischen diesen Ideologien und der Nazis nur ein Blatt. Sie ist nämlich weder links, noch fortschrittlich. Scheinbar trifft das alles aber auch nicht nur auf Dehm, sondern auch auf seine Mitmusikanten zu, da der Titel laut Beschreibung die „Gemeinsamkeit der Künstler“4 verdeutlicht.
Da wir die Faust im Grunde immer noch, trotz seiner Kommerzialisierung, als emanzipatorischen Freiraum verstehen, finden wir es schade, dass eine derartige Veranstaltung bei euch stattfinden kann. Gerade wenn ihr noch einen Tag davor gegen Rassismus einstehen werdet, solltet ihr keine hetzerischen („links“-) populistischen Konzerte zulassen. Wir fordern euch auf, das Konzert abzusagen oder euch zumindest von den Umtrieben Diether Dehms zu distanzieren bzw. diese kritisch zu reflektieren.
Gegen Antisemitismus, Verschwörungstheorien, Antiamerikanismus und falsche Kapitalismuskritik!
Mit solidarischen Grüßen,
association [belle vie] hannover, 07. September 2013.

  1. http://www.youtube.com/watch?v=ikf-h6ThyKU, 08.09.2013, 14:28 [zurück]
  2. http://de.wikipedia.org/wiki/Diether_Dehm, 08.09.2013, 14:38 [zurück]
  3. http://www.abgeordnetenwatch.de/dr_diether_dehm-575-37530-f369907.html#q369907, 08.09.2013, 14:32 [zurück]
  4. http://www.kulturzentrum-faust.de/index.php?article_id=3896&clang=0, 08.09.2013, 14:34 [zurück]

Von bärtigen Männern und deutschenden Schreihälsen

Wenn am 13. September eine kleine Gruppe von wahrscheinlich unter 10 Menschen an verschiedenen Orten in Hannover am rumdeutschen ist, dann ist das ein Angriff auf Strukturen. Ihr antimuslimischer Rassismus und ihr Rechtspopulismus richtet sich gegen linke Freiräume und emanzipatorische Zentren. Aber nicht nur.
Als im Mai 2012 Anhänger von Pro NRW mit Mohammed-Karikaturen Salafisten und fundamentalistische Islamisten provozierten, griffen diese die Rechtspopulisten an und verletzten dabei auch einige Polizisten.
So werden am kommenden Freitag auch nicht nur linke fortschrittliche Kräfte sich Pro Deutschland entgegenstellen, sondern auch – gerade in der Kornstraße, in der sich zwei Moscheen bzw. islamische Zentren befinden – fundamentalistische Muslime, die sich gleichwohl provoziert fühlen. Viele dieser (und gerade auch Salafisten) sind ablehnungswürdige reaktionäre Klerikalfaschisten, die für Anti-Aufklärung und nicht-humanistische rückwärtsgewandte Werte stehen.
Obwohl gerade eine antiimperialistische Linke mit sowelchen Gruppierungen insofern sympathisiert, als dass sie jede Kritik an Islamisten als Rassismus abtut, sollten die emanzipatorischen Teile der linken Szene sich in ihren Aktionen gegen Pro Deutschland klar von islamistischen Fundamentalisten distanzieren, in Wort und Tat. Dies hat eine besondere Brisanz, da in der Kornstraße mehrere islamische Zentren befinden, was für eine spezielle Verdichtung der Aktivitäten sorgt.
Auf dass am 13. September nicht Linke und Islamisten Hand in Hand gegen Pro Deutschland demonstrieren.

Gegen antimuslimischen Rassismus, Nationalismus& Islamofaschismus- für eine kritische, fortschrittliche Linke!

Karte zur Orientierung für den 13. 09.

Hier ist eine Karte mit den Kundgebungsorten von ProDeutschland. Richtig spannend wird es ab dem Lindener Marktplatz. Am Freitag in einer Woche auf die Straße!
Gegen Rassismus und Deutschland!
Stay tuned.

Aktionskarte für den 13. 09.
Karte.

Pro Deutschland die Tour vermasseln!

Nachfolgend der Text eines Flyers, der für die nähere Nachbarschaft der Kundgebungsorte konzipiert ist.

Am 13.09. veranstaltet die rechtspopulistische Partei „Pro Deutschland“ im Rahmen ihrer Deutschlandtour insgesamt 5 Kundgebungen in Hannover. Unter anderem auch in der Kornstraße und vor dem Kulturzentrum Faust.
Das Parteiprogramm von Pro Deutschland strotzt nur so von rassistischen Vorurteilen und stumpfem Nationalismus. Die Verschärfung von Asylbewerberverfahren, um sogenannte „Scheinasylanten“ effektiver abschieben zu können, oder die Trennung von Deutschen und „ausländischen“ Kindern in der Schule sind nur einige Punkte aus dem Programm von Pro Deutschland. Diese Hetze versuchen sie auf ihrer Deutschlandtour, bei der sie sich laut eigener Aussage in die „dunklen Orte unseres Landes“ wagen, zu verbreiten. So ist auch der Ort nicht zufällig gewählt. Die Kundgebungen finden fast immer in unmittelbarer Nähe zu linken Zentren oder Moscheen statt. Dies ist eine gezielte Provokation gegen jene Personen, welche Pro Deutschland bekämpfen will. Auf ihrer Tour sprechen sie sich vor allem gegen die sogenannte Überfremdung und Extremismus aus. So wird notwendiger Antifaschismus mit Nazi-Ideologien gleichgestellt und kriminalisiert. Die Forderung nach dem Verbot aller Organisationen, die Gewalt anwenden oder das Gewaltmonopol des Staates missachten, scheint umso absurder, wenn dies von einer Partei gefordert wird, deren Berlin-Vorsitzender, Lars Seidensticker, auf einer Wahlkampfveranstaltung einen 17-jährigen Gegendemonstranten geschlagen und getreten haben soll.
Rassistische Propaganda unter dem Deckmantel der „Islamkritik“ soll Rassismus salonfähig machen und der Partei helfen, sich in der Mitte der Gesellschaft zu etablieren. Damit dies nicht geschehen kann, müssen Veranstaltungen wie diese mit allen Mitteln, auf allen Ebenen verhindert werden.

Keine Straße, keine Stadt den Rechten! Fight Racism now!

Auch hier zu finden.