There is no german Zukunft – Naziaufmarsch am Samstag (1. Juni) in WOB verhindern!

Aufruf
There is no german Zukunft – Für ein Leben ohne Nazis, Volk und Vaterland!

Für den 1. Juni 2013 rufen norddeutsche Neonazis zum 5ten mal zum sogenannten „Tag der deutschen Zukunft“ in Wolfsburg auf. Der jährlich stattfindende Aufmarsch, welcher bisher jedes Mal in einer anderen Stadt durchgeführt wurde, hat sich mittlerweile zu einem der größten regelmäßigen Nazievents mit mehreren hundert Teilnehmer_innen aus ganz Deutschland entwickelt. In den letzten Jahren konnte der TDDZ der Nazis unter massenhaften Protesten nur mit Hilfe von massiver Polizeigewalt durchgesetzt werden. Wir wollen an die Proteste gegen den TDDZ der letzten Jahre anknüpfen, darüber hinausgehen und ihm ein Ende bereiten. Dabei setzen wir auf ein Bündnis aus linksradikalen Gruppen, die dezentral und kreativ gegen den Aufmarsch vorgehen. Verschiedene Aktionsformen sollten sich hierbei ergänzend unterstützen.

Wolfsburg – Traumstadt der Nazis
Die ehemalige „Stadt des KdF-Wagens bei Fallersleben“ ist also nun Ziel der Nazis, um ihre menschenverachtende Ideologie zu propagieren. Kein Zufall, wie es scheint. Die Stadt selbst wurde 1938 planmäßig vom Reißbrett diverser Nazi-Architekten in die Landschaft gesetzt und erst 1945 in Wolfsburg umbenannt. Ursprünglich sollte sie der Verwirklichung herrschaftlicher Träume der NS-Ideologie dienen und gerecht werden. Neben Zwangsarbeiter_innenbaracken wurde ein ganzes Wohngebiet für hierarchisch höher gestellte NSDAP Mitglieder aus dem Boden gestampft. Außerdem war eine Residenz für Adolf Hitler geplant. Doch im Mittelpunkt der Stadt stand und steht das Volkswagenwerk, welches in der Zeit des 2.Weltkriegs in erster Linie der Rüstungsproduktion diente. In dieser Zeit mussten 20.000 verschleppte Zwangsarbeiter_innen unter schrecklichen Bedingungen Kriegsgerät herstellen – unter der Aufsicht von Ferdinand Porsche, der heute von der Stadt und seinen Bürger_innen noch regelmäßig geehrt wird. Gekonnt ignoriert wird dabei, dass Ferdinand Porsche persönlich bei Adolf Hitler die Zwangsarbeiter_innen anforderte. Opfern dieser Zeit wird heutzutage im Sinne der deutschen Vergangenheitsbewältigung regelmäßig relativ halbherzig gedacht, doch die Täter_innen werden bis heute häufig nicht genannt.
In Wolfsburg herrscht ein trügerisches Bild. Zum Einen präsentieren sich die Stadt und VW gerne als Vorzeigedemokrat_innen, die aus der Geschichte gelernt und den Sprung in eine multikulturelle Gesellschaft geschafft haben; zum Anderen wird dieselbe Geschichte auch mal gerne unter den Teppich gekehrt, was die halbherzige Aufarbeitung der NS-Zeit deutlich belegt.

Wolfsburger Nazistrukturen
Seit dem 2009 gescheiterten Versuch des mittlerweile verstorbenen Nazi-Anwalts Jürgen Rieger und regionalen Nazis, ein nationales Zentrum unter dem Label eines KdF-Museums zu gründen, ist es in Wolfsburgs Öffentlichkeit vermeintlich ruhig um seine Nazis geworden. Die neonazistische Kameradschaft „Bürgerinitiative für Zivilcourage Wolfsburg“ hat sich aufgelöst und der Aktionsschwerpunkt wurde unter dem neuen Namen „Aktionsgruppe Wolfsburg“ auf das Konzept der Autonomen Nationalisten gelegt. Trotz der Tatsache, dass organisierte Neonazis bereits seit Jahren in Wolfsburg und der Region aktiv sind, regt sich so etwas wie Empörung erst, wenn die Nazis öffentlichkeitswirksam in Erscheinung treten. Dann werden schnell die obligatorischen Bratwürste und Parteifahnen ausgepackt und Gewerkschafter_innen, Politiker_innen und Wirtschaftsvertreter_innen herbeizitiert. Diese sind dann auch alle eher so für den Ruf der Stadt Wolfsburg, die deutsche Demokratie und gegen Extremismus und Gewalt. Mit dieser Kritik ist es dann auch nicht verwunderlich, dass immer noch mehrere Straßen nach Rassist_innen und NS-Persönlichkeiten benannt sind und die Aufarbeitung der NS-Zeit am Anfang schon auf der Strecke blieb.

Es darf nicht angehen, dass es in einer Stadt die vollkommen den Wünschen der NS-Führungsriege entsprechen sollte und für nichts anderes stand als die konsequente Umsetzung der nationalsozalistischen Ideologie mit all ihren Facetten, heutzutage Nazis rund 70 Jahre nach der militärischen Zerschlagung Nazideutschlands auf diesen Straßen laufen. „Nazis Raus“– Parolen, Parteifahnen und die Extremismustheorie dürfen nicht das Ende der Kritik sein!

Kommt am 1. Juni 2013 nach Wolfsburg.
Das erklärte Ziel kann nur lauten:
Den Naziaufmarsch verhindern! Alles andere reicht nicht!

There is no german Zukunft // antifaschistisches Bündnis